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Der Wert der Trainer(innen)-Arbeit in dieser Zeit

Über idelle Werte hinaus wird über Honorare für Trainer(innen) im Tischtennis bislang eine Diskussion (oder vielmehr k e i n e Diskussion) geführt, die die relativ bescheidene Gesamtsituation der Beschäftigung ausgebildeter und damit zumeist qualifizierter Trainer(innen) in Vereinen und Verbänden „nicht gerade forciert“. Natürlich ist nicht nur die Bezahlung oder die „Art der Bezahlung“ entscheidet dafür, ob sich jemand in einem Verein oder Verband engagiert, aber sie ist von elementarer Bedeutung und wird immer relevanter. Insbesondere in einer Zeit, in der in unserer Sportart seit über 30 Jahren – und im Augenblick besonders – die Mitglieder scharenweise weglaufen.

Das in diesem Zusammenhang immer wieder polemisch und unsachlich ehrenamtliche und neben- und hauptberufliche Trainertätigkeiten in Vereinen und Verbänden gegeneinander ausgespielt werden, halte ich für großen Unfug. Ein Diskurs zu diesem Thema muss sich an Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit des Nutzens einer solchen u.a. für Vereine oder Verbände existenzsichernden Tätigkeiten und Beschäftigung orientieren. Und am Wert einer qualifizierten Trainingsarbeit für die jeweilige Institution.Deshalb darf es auch kein Problem sein, den/die für ausgebildete C-Lizenz-Trainer(innen) erforderlichen Stundensatz, der sich mindestens im Bereich des Mindestlohns bewegen sollte, zu zahlen. Ist diese Arbeit – wie mehrheitlich durch die Ausbildung suggeriert – dann fast ausschließlich auf die Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen ausgerichtet, sollte dem enormen Stellenwert dieser umfangreichen und oftmals schwierigen Arbeit im Kinderbereich auch dadurch Rechnung getragen werden, dass man diesem über eine „anforderungsadäquate Bezahlung“ gerecht wird. Hier wäre selbst der Mindestlohn nicht zu viel – sondern eigentlich noch zu wenig.

Das sage ich ausdrücklich als Unternehmer und Arbeitgeber im Tischtennis. Ich weiß, dass billigere/niedrigere Löhne zwar kurzfristig mehr monetären Gewinn bringen, aber langfristig den Erfolg des Unternehmens lähmen oder gar gefährden. Wer seinen Erfolg also auf unterbezahlten Mitarbeiter(inne)n aufbaut, investiert nicht in kluge Verfahren, nicht in effiziente Lösungen, nicht in Know How und schon gar nicht in Qualität und Wertschätzung. All das sind aber zentrale Faktoren für den langfristigen Erfolg, den wir nun in der Mitgliederentwicklung unserer Sportart benötigen. Gleiches gilt für Vereine und Verbände. Darum ist ein ordentlicher Stundensatz für ausgebildete Trainer(innen) auch ein Erfolgsfaktor für Vereine und Verbände in Deutschland. In ganz Europa konkurriert man um Tischtennis-Personal – egal ob hoch oder niedrig qualifiziert. Ein höherer Stundensatz macht die Arbeit hier attraktiver. Gleichzeitig zwingt leistungsadäquate Bezahlung von Trainer(innen) zur Investition in effizientere Arbeitsweisen und Strukturen und zum angemessenen Vermitteln dessen, was Trainer(innen) leisten. Das ist gut, denn dort, wo zeitgemäße Trainingsstrukturen herrschen und Bewusstsein geschaffen wird, wird effizienter gearbeitet, entsteht auch langfristig Erfolg. Deshalb ist eine leistungs- und erfahrungsadäquate Bezahlung aus organisationspolitischer, aber auch aus Bedeutungs-Sicht richtig.

Und bevor die Polemik wieder einsetzt: Wenn die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen in Vereinen oder Verbänden (die sich teilweise noch auf einem Niveau bewegen, dass mehrere Jahrzehnte zurückliegt) für eine leistungs- und erfahrungsadäquate Bezahlung nicht ausreichen, dann sind den Gedanken zur Alternativ-Finanzierung keine Grenzen gesetzt … Entscheidend ist nur, ob die Argumentation f ü r die Beschäftigung qualifizierter Trainer(innen) verstanden wurde und ob dies dann auch gewollt und die entsprechende Einsicht vorhanden ist. Zur Weiterbildung „Wie finanziere ich meinen Verein oder Verband“ gibt es genügend Beratungsstellen und Anlaufstellen.

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